Einbrandverfahren
Beim Einbrandverfahren werden Scherben und Glasur in einem einzigen Brennvorgang gemeinsam gebrannt. Die Glasur wird auf den ungebrannten Rohling aufgetragen und schmilzt bei Temperaturen von rund 1.150 bis 1.250 Grad Celsius mit der Oberfläche zusammen.
Das Ergebnis ist eine feste Verbindung zwischen Glasur und Scherben. Sie macht die Oberfläche widerstandsfähiger gegen Abrieb und Absprengungen, weshalb das Verfahren bei Bodenfliesen der Standard ist.
Die Farbpalette ist dafür eingeschränkter als beim Zweibrand, weil nicht jedes Pigment die hohen Temperaturen unbeschadet übersteht. Für sehr brillante oder empfindliche Farbtöne, wird deshalb weiterhin zweimal gebrannt. Am fertigen Produkt lässt sich das Verfahren kaum ablesen – Aufschluss geben allein die technischen Angaben des Herstellers und die Abriebklasse.
Estrich
Der Estrich ist die lastverteilende Schicht zwischen Rohdecke und Fliesenbelag. Üblich sind Zementestrich, Calciumsulfat- beziehungsweise Anhydritestrich und Gussasphalt; über einer Fußbodenheizung spricht man von Heizestrich.
Vor dem Verlegen muss der Estrich eben, tragfähig, rissfrei und ausreichend trocken sein. Die Restfeuchte wird mit dem CM-Gerät bestimmt: Beheizter Zementestrich gilt etwa ab 1,8 CM-Prozent als belegreif, Calciumsulfatestrich bereits deutlich früher. Die genauen Werte gibt das jeweilige Merkblatt vor.
Bei Heizestrich gehört ein dokumentiertes Funktions- und Belegreifheizen dazu, bevor gefliest wird. Anhydritestrich ist zusätzlich feuchteempfindlich und wird angeschliffen und grundiert. Bewegungs- und Randfugen des Estrichs müssen im Fliesenbelag übernommen und dürfen nicht überfliest werden. Wer diesen Schritt überspringt, riskiert Risse, die sich quer durch die fertige Fläche ziehen.